Archiv für Mai 2011

DIENSTAG, 24. Mai 2011: Der 2. Juni 1967

Immer wieder dienstags… :
OpenSpace-Abend im Bildungskeller

Ab 19.00 Uhr ist der Bildungskeller geöffnet.
Es gibt leckeres Essen sowie Getränke zum Selbstkostenpreis. Außerdem die Gesellschaft netter Leute, die Infothek mit Broschüren und Flyern und einen Kickertisch…

Ab 20.00 Uhr zeigen wir anläßlich des Jahrestages des 2. Juni 1967 die beiden Filme „Der 2. Juni 1967“ und „Polizeistaatsbesuch“.

Hintergrund: Der 2. Juni 1967 gilt als wichtiges Datum für den Beginn der bundesdeutschen 68er-Bewegung: An diesem Tag wird der Germanistikstudent Benno Ohnesorg bei einer Demonstration gegen den Besuch des Schahs von Persien in (West-)Berlin von einem Polizisten erschossen. Der 26-Jährige Ohnesorg hatte zusammen mit 2.000 anderen Menschen vor der Oper gegen den Besuch des Schah demonstriert, als die Polizei koordiniert mit Helfern des iranischen Geheimdienstes den Platz in einer wüsten Prügelaktion zu räumen begann. Bei der Operation „Füchse jagen“ – so hatte der Polizeipräsident die generalstabsmäßig geplante Festnahme von „Rädelsführern“ durch „Greiftrupps“ genannt – fielen die tödlichen Schüsse welche in die Geschichte der BRD eingingen.

„Während Giefer und Minow die Ereignisse rund um das Opernhaus nachzeichnen und die Aussagen von Augenzeugen über Polizeigewalt dokumentieren, zeigt Brodmann mit viel Ironie, wie die BRD für den Schahbesuch einen unerklärten Ausnahmezustand inszenierte, der einen Vorgeschmack auf die 1970er Jahre lieferte.“ (Neues Deutschland, 2. Juni 2010)

Zwischen und nach den beiden Filmen besteht die Möglichkeit zur Diskussion

Film 1: Der 2. Juni 1967
Regie: Thomas Giefer und Hans-Rüdiger Minow
BRD 1967, ca. 47 Minuten

Thomas Giefer und Hans-Rüdiger Minow begleiteten Ende der Sechziger Jahre die Aktionen der Außerparlamentarischen Opposition als politische Dokumentaristen. Ihr Film schildert detailliert die studentischen Protestaktionen während des Schah-Besuchs in Westberlin. Dem studentischen Ermittlungsausschuss, der sich nach der Ermordung Benno Ohnesorgs gründete, diente der Film als Beweismaterial.

(…)

Minow und Giefer wurden im November 1968 wegen ihres politischen Engagements von der Berliner Film- und Fernsehakademie verwiesen, gemeinsam mit 16 weiteren Studierenden, unter anderem Werner Sauber und Holger Meins.

Der Film „2. Juni 1967″ gehört heute zu den wichtigsten Dokumenten der Bewegung der 68er und des beginnenden Widerstands in der BRD.

Film 2: Polizeistaatsbesuch
Regie: Roman Brodmann
BRD 1967, 44 Minuten

Roman Brodmann, ein Schweizer Dokumentarfilmer, gehörte mit seinen 47 Jahren nicht zur Studierendenbewegung der Sechziger Jahre. Wegen seiner sozialkritischen Fernsehreportagen musste er 1963 das Schweizer Fernsehen verlassen und wechselte als freier Regisseur zum Süddeutschen Rundfunk.

Brodmanns später mit dem Grimme-Preis ausgezeichneter Film war eigentlich als amüsanter Beitrag für den Süddeutschen Rundfunk (SDR) geplant, der das aufwändige „Drum und Dran“ des Schah-Besuchs zeigt. Dank der Regie Brodmanns und aufgrund der Geschehnisse am 2. Juni 1967 entstand letztlich die Chronologie einer minutiös geplanten Notstandsübung, die im Tod Benno Ohnesorgs gipfelte.

Brodmanns Film beschränkt sich nicht auf die Proteste in Westberlin, sondern dokumentiert Tag für Tag den Ausnahmezustand, in dem die BRD sich während des Staatsbesuchs befand.

Veranstalter des OpenSpace-Dienstags sind in dieser Woche die AG Bildungskeller und die GEW-Hochschulgruppe.

DIENSTAG, 24. Mai 2011: „Drogenlegalisierung: Ja? Nein? Vielleicht?“

Immer wieder dienstags… :
OpenSpace-Abend im Bildungskeller

Ab 19.00 Uhr ist der Bildungskeller geöffnet.
Es gibt eine Kleinigkeit zum Essen und Getränke zum Selbstkostenpreis. Außerdem die Gesellschaft netter Leute, die Infothek mit Broschüren und Flyern und neuerdings auch einen Kickertisch…

Ab 20.00 Uhr zeigen den Film „Haschisch – Eine Dokumentation“, anschließend gibt es einen kurzen Vortrag zur (Un-)Gefährlichkeit von Drogen und dem Umgang mit ihnen.

Immer wieder flammen Debatten darüber auf, in welchem Ausmaß Drogenkonsum gesellschaftlich und volkswirtschaftlich vertretbar sind. Offiziell sind Drogen die nachweislich kaum Suchterscheinungen hervorrufen, wie Kanabis verboten, während gesundheitsschädliche und süchtig machende Drogen wie Alkohol und Nikotin ein normaler Bestandteil unserer Kultur geworden sind.

Drogenlegalisierung: Ja? Nein? Vielleicht?

Veranstalter: AG Bildungskeller, linksjugend [’solid] Rostock

DIENSTAG, 17. Mai 2011: „Durruti in der spanischen Revolution“

Immer wieder dienstags… :
OpenSpace-Abend im Bildungskeller

Ab 19.00 Uhr ist der Bildungskeller geöffnet.
Es gibt eine Kleinigkeit zum Essen und Getränke zum Selbstkostenpreis. Außerdem die Gesellschaft netter Leute, die Infothek mit Broschüren und Flyern und neuerdings auch einen Kickertisch…

Ab ca. 20.00 Uhr gibt es ein Kurzreferat zur Rolle der Anarchist/innen im Spanien der 1930er Jahre und den Film „Durruti in der spanischen Revolution“

Anhand von Originaldokumenten zeichnet der spanische Regisseur Paco Rios das Leben des Metallarbeiters, Syndikalisten und Anarchisten Buenaventura Durruti nach. Der Film spielt hauptsächlich während des spanischen Bürgerkriegs, wo eine Koalition aus Faschisten, Monarchisten und rechten bürgerlichen Parteien unter General Franco gegen die linksliberale Regierung putschten. Neben Sozialisten und Kommunisten, die alsbald dem Einfluss der Sowjetunion unterlagen, verteidigten auch Trotzkisten und vor allem Anarchisten das Land gegen den faschistischen Einfluss, bis sie durch die Sowjetunion und ihre Verbündeten verraten den Säuberungswellen erlagen. Der Film bietet einen beeindruckenden Einblick in die Geschehnisse des spanischen Bürgerkrieges, von vielen als Revolution gefeiert. Er besticht vor allen Dingen mit seinen vielen Originalaufnahmen.

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Durruti in der spanischen Revolution
ein Film von Paco Rios nach einem Buch von Abel Paz
55 Minuten, Produktion: Fundacion Anselmo Lorenzo, Spanien 1998.
(Spanisch mit Untertitel)

Im Anschluss Möglichkeit zur Diskussion.

Veranstalter: AG Bildungskeller, GEW-Hochschulgruppe.

DIENSTAG, 10. Mai 2011: „Ägypten – Revolte und dann…?“

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung
Ägypten – Revolte und dann…?
Dienstag, 10. Mai 2011
Raum 323 (Haus 1, Ulmenstraße 69)
Beginn: 19.30 Uhr

Man kommt kaum noch hinterher zu verfolgen, was in der arabischen Welt passiert: Die Bevölkerung geht auf die Straßen und jagt ihre Diktatoren fort. So auch in Ägypten.

Mubarak ist weg – aber damit ist die ägyptische Revolte noch nicht zu Ende: Eine Streikwelle erschüttert die Wirtschaft, neue kämpferische Gewerkschaften werden gegründet, Menschen gehen zu tausenden auf die Straße, um bessere Lebensbedingungen einzufordern – höhere Löhne, billige Wohnungen, erschwingliche Lebensmittel.

Die hierzulande geschürte Angst vor den fanatisierten islamischen Massen hat sich hingegen in Luft aufgelöst. Um den ägyptischen Aufstand zu verstehen, muss man die Vorgeschichte, die sozialen Auseinandersetzungen der letzten Jahre und ihren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Hintergrund kennen.

Ein besonderer Fokus der Veranstaltung soll auf der Rolle der Gewerkschaften und Studierenden in der Revolte und ihren Vorstellungen für ein erneuertes Ägypten liegen.

Referentin: Dr. Salua Nour (Privatdozentin am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin)

Veranstalter: AG Bildungskeller, AStA-Rostock (Referat für politische Bildung), GEW-Hochschulgruppe

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