Archiv für April 2011

DIENSTAG, 3. Mai 2011: „Geh und sieh!“

Immer wieder dienstags… :
OpenSpace-Abend im Bildungskeller

Ab 19.00 Uhr ist der Bildungskeller geöffnet.
Es gibt eine Kleinigkeit zum Essen (Selbstkostenpreis). Außerdem Getränke, die Gesellschaft netter Leute, die Infothek mit Broschüren und Flyern und neuerdings auch einen Kickertisch…

Ab ca. 20.00 Uhr zeigen wir den Film „Geh und sieh“

Geh und sieh

Die Handlung des Films spielt in der Weißrussischen Sowjetrepublik im Jahr 1943. Die Hauptfigur des Films, der jugendliche Florian, genannt Fjora, schließt sich gegen den Willen seiner Mutter den Partisanen an, um gegen die Faschisten zu kämpfen. Was anfangs abenteuerlich wirkt, wird für den Jungen zum Martyrium. Er erlebt die Vernichtung eines Dorfes durch die SS und ist am Ende des Films vom Wahnsinn des Krieges gezeichnet. Fast unansehbar, ist dieser Film äußerst intensiv und möglicherweise der einzige Antikriegsfilm, der je gedreht worden ist. (Achtung: Der Film ist sehr verstörend.)

Es gibt eine Einführung zum Film und Informationen zur antifaschistischen Kundgebung zum Tag der Befreiung am 8. Mai 2011 in Rostock:

Kundgebung aus Anlass des 66. Jahrestages der Befreiung vom Hitlerfaschismus und des Endes des II.Weltkrieges
Sonntag, 08. Mai 2011, 10. 00 Uhr
Ehrenfriedhof der gefallenen Soldaten und Offiziere der Roten Armee am Puschkinplatz

Veranstalter: AG Bildungskeller, VVN-BdA Rostock, GEW-Hochschulgruppe.

Heraus zum 1. Mai 2011!

MayDay

Heraus zum 1. Mai 2011 !

ROSTOCK

Bereits ab 9.45 Uhr gibt es die Möglichkeit Blumen zum Gedenken an die Befreiung der Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen am 1. Mai 1945 durch die Rote Armee, an der Gedenktafel an der ehemaligen Neptunwerft (heute Edeka) niederzulegen.

Um 10.00 Uhr beginnt am Werftdreieck die Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Im Anschluss an Gedenken und Kundgebung findet ein Demonstrationszug zum Gewerkschaftshaus statt. Dort wird (bis ca. 13.00 Uhr) ein Straßenfest zum 1. Mai gefeiert.

GREIFSWALD

Es ist zur schlechten Tradition geworden: Die Faschisten der NPD versuchen jährlich am 1. Mai in M-V aufzumarschieren.
Dieses Jahr hat sich die NPD Greifswald ausgeguckt. Ein Bündnis ruft zur Blockade des Aufmarsches auf. Aus dem Aufruf:

Neonazis treten am 1.Mai nicht für ein solidarisches Miteinander im Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung ein, sondern nutzen die existentiellen Ängste der Bevölkerung (z.B. die Sorge vor Verlust der Lohnarbeit) um ihre rassistische und nationalistische Ideologie als vermeintlich einfache Lösung komplexer Sachverhalte darzustellen. Seit Jahren versuchen rechtsradikale Organisationen Themen wie den 1. Mai, also den internationaler Kampftag der ArbeiterInnenbewegung, ebenso wie die alliierten Bombardements auf Dresden oder den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, aufzugreifen und umzudeuten. Durch die Reduzierung des 1.Mai, auf einen 1933 von Hitler eingeführten gesetzlichen “Feiertag der nationalen Arbeit”, versuchen die Neonazis die Geschichte zu verdrehen. Darum verschweigen sie auch, dass am 2.Mai 1933 die SA und SS Gewerkschaftshäuser stürmten und Gewerkschaftsmitglieder mit zu den Ersten gehörten, die in Konzentrationslagern landeten und umgebracht wurden. Dies zeigt nur zu deutlich, dass Nazis, damals wie heute, auf soziale Fragen mit Ausgrenzung, Vernichtung und nicht zuletzt Krieg antworten und somit ein respektvolles und friedliches Miteinander ablehnen.

Alle Informationen zur Blockade hier:

Greifswald Nazifrei!

Hintergrund: Die Ursprünge des 1. Mai als Kampf- und Feiertag der Arbeiterbewegung

Der 1. Mai als Kampf- und Feiertag der internationalen Arbeiterbewegung hat seine Ursprünge im Kampf der us-amerikanischen Arbeiterbewegung für den 8-Stundentag in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts.

Unter Parolen wie „Acht Stunden Arbeit, acht Stunden Erholung, acht Stunden Schlaf“ traten am 1. Mai 1886 rund 400.000 Beschäftigte aus 11.000 Betrieben der USA in einen mehrtägigen Generalstreik, um ihre Forderung nach einer täglichen Arbeitszeit von acht Stunden durchzusetzen.

Am 3. Mai 1886 griffen bewaffnete Polizisten eine Streikdemonstration von 6.000 Arbeitern in Chicago an. Bei den folgenden Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei gab es mehrere Todesopfer und viele Schwerverletzte.

Als am 4. Mai auf dem Heumarkt (Haymarket) die Chicagoer Polizei eine bis dahin friedliche Solidaritätskundgebung mit den Opfern des Vortages auflösen wollte schmiss unter nie geklärten Umständen offensichtlich ein Provokateur eine Bombe in die Reihe der Polizisten. Die „Haymarket Riots“ gaben den Vorwand für eine massive staatliche Terrorwelle gegen die Streikbewegung in den ganzen USA. Hunderte von organisierten Arbeitern wurden verhaftet und gefoltert, es kam zu Schauprozessen mit Todesurteilen und Hinrichtungen bekannter Arbeiterführer. Der Staat ertränkte die Streikbewegung für den 8-Stundentag in Blut und Angst.

„Wenn Sie aber glauben, dass Sie dadurch, dass Sie uns hängen lassen, die Arbeiterbewegung auslöschen, (…) dann hängen Sie uns doch: Sie werden hier einen neuen Funken austreten, aber dort und hinter Ihnen und vor Ihnen und überall werden neue Flammen auflodern. Es ist ein unterirdisches Feuer. Auslöschen können Sie es nicht“, erklärte der angeklagte deutsche Einwanderer August Spies, den Richtern bevor er zum Tode verurteilt wurde.

Am 14. Juli 1889 gründeten in Paris Vertreter von Arbeiterparteien aus aller Welt die Sozialistische Internationale. Dieser Kongress rief den 1. Mai 1890 zur internationalen Demonstrationen für den Acht-Stunden-Tag aus. In den folgenden Jahren legten weltweit Arbeiter am 1. Mai die Arbeit nieder, traten in einen eintägigen Streik und demonstrierten für die Verkürzung der Arbeitszeit. (…)

Über die Ursprünge des 1. Mai als internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeiterbewegung in den Kämpfen der us-amerikanischen Arbeiterbewegung um den 8-Stundentag informiert auch ein Feature des US-Onlinefernsehprogramms „Democracy Now!“:

Auch eine Folge der Reihe ZDF-History ist der Geschichte des 1. Mai gewidmet.
Der Teil der Doku zu Chicago ist besser, als es bei Guido Knopp zu erwarten gewesen wäre.

In diesem Sinne:
Solidarity forever! Heraus zum 1. Mai!

DIENSTAG, 26. April 2011: Film „Jerusalem – The East Side Story“ und Reisebericht aus Israel/Palästina

Immer wieder dienstags… :
OpenSpace-Abend in Bildungskeller

Ab 19.00 Uhr ist der Bildungskeller geöffnet.
Es gibt eine Kleinigkeit zum Essen (Selbstkostenpreis).
Außerdem Kaffee, Tee, die Gesellschaft netter Leute und neuerdings auch einen Kickertisch.

Ab ca. 20.00 Uhr zeigen wir den Film

Jerusalem – The East Side Story
Der Film des palästinensischen Regisseurs Mohammed Alatar beginnt mit einer schnellen Montage aus dem alltäglichen Leben der pulsierenden und faszinierenden Stadt Jerusalem. Fast könnte man meinen, hier wohnten muslimische, jüdische und christliche Menschen friedlich miteinander, wenn es nicht die Bildschnipsel von Durchsuchungen, Protesten und Militär gäbe, die auf ein anderes Gesicht der Stadt hindeuten. Der Film nimmt die israelische Besatzungspolitik und ihre Geschichte unter die Lupe, lässt Betroffene zu Wort kommen, gibt israelischen, sowie palästinensischen Menschenrechtsaktivist/innen, Politiker/innen und politischen Beobachter/innen eine Stimme.

Reisebericht aus Israel/Palästina
Der Film wird mit Reiseeindrücken und -photos einer Kommilitonin ergänzt.

Im Anschluss Möglichkeit zur Diskussion!

Hinweis:
Diese Woche gibt es im Rahmen des OpenSpace auch Infos zu den antifaschistischen Protesten gegen den Aufmarsch der Faschisten am 1. Mai in Greifswald. Auch können Busfahrkarten gekauft werden.
http://greifswaldnazifrei.blogsport.eu/

DIENSTAG, 19. April 2011: Film „Age of stupid“

Filmabend: Age of stupid

Wir schreiben das Jahr 2055. London ist überflutet, Sydney in Flammen,
Las Vegas von der Wüste verschluckt. Der letzte Mensch, gespielt vom oscarnominierten Pete Postlethwaite sitzt in der geschmolzenen Arktis in einem riesigen Weltarchiv, das die Überreste der Zivilisation enthält und fragt sich: „Warum haben wir die Klimakatastrophe nicht verhindert, als wir noch die Chance dazu hatten?“. Vor seinem interaktiven Bildschirm sucht er nach Antworten. Sechs wahre Geschichten, angereichert mit Original-Fernsehbeiträgen der Zeit zwischen 1950 und 2008, dokumentieren dabei den alltäglichen Wahnsinn unserer Zeit und zeigen auf, wie wir dabei sind, unsere Lebensgrundlagen zu zerstören.

Age of stupid

Die Botschaft des Films: Wenn wir jetzt vor der eigenen Nase anfangen, im Alltag klimabewusste Entscheidungen zu treffen, ist es für einen tiefgreifenden Wandel im Umgang mit unserer Lebensgrundlage noch nicht zu spät! Dies ist auch die Botschaft der schnell wachsenden Initiative „10:10“, die von den Filmemachern initiiert und zu einem großen Erfolg in England wurde. Zeitgleich mit der Premiere der vollständig deutsch synchronisierten Fassung am 3. Juni 2010 nahm auch der deutsche Ableger von „10:10“ seine Arbeit auf und Einzelne, Unternehmen oder Organisationen wurden ermutigt, zehn Prozent CO2-Emissionen binnen eines Jahres einzusparen.

Veranstalter: Grüne Hochschulgruppe Rostock // AStA-Referat für Umwelt, Gesundheit und Ernährung // NAJU – Jugendgruppe des Naturschutzbundes (NaBu e. V.) Rostock // AG Bildungskeller

Nach dem Film gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.
Außerdem stellen Vertreter/innen der NAJU die Initiative 10:10 vor.

Achtung:
Die Veranstaltung findet nicht im Bildungskeller sondern abweichend in Raum 323 (Haus 1, Ulmenstraße 69) statt.
Beginn: 19.30 Uhr